Grüne Wirtschaft Wien: Die große Angst – wie geht es weiter nach der Krise?

Die Grüne Wirtschaft lud ein zum gemeinsamen Nachdenken über die Post-Virus-Ökonomie. Resümée der Online-Konferenz

Wien (OTS) In seiner Begrüßung brachte der Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft Wien, Hans Arsenovic, die Motivation auf den Punkt: „Meine wirkliche Angst ist, dass sich nichts ändern wird. Dass wir, dass die Wirtschaft und Gesellschaft, so weitermachen wie bisher.“ Mit dieser Angst war er nicht allein, denn über 120 Menschen beteiligten sich an dem dreistündigen Online-Gedankenaustausch. Im Mittelpunkt stand DAS Grüne-Wirtschaft-Thema: Wie sieht ein nachhaltiges und tragfähiges Wirtschaftssystem – nach der Krise – aus?

Nach einer Keynote von Philosophin und Autorin Lisz Hirn wurden unterschiedliche Aspekte einer Post-Virus-Ökonomie behandelt.

»Lerneffekte und wie wir sie umsetzen« Utopie vs Dystopie mit Guido Schwarz (Philosoph, Unternehmensberater, Regionalleitung Wien)

»Das Ende der Arbeit oder die Zeit für ein Bedingungsloses Grundeinkommen?« mit Sabine Jungwirth (Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft)

»Krisen sind die Chance des nachhaltigen Tourismus« mit Georg Kaltschmid (Hotelier, Landtagsabgeordneter, Stellvertretender Klubobmann der Tiroler Grünen, Vorstand des Tourismusverbandes Kaiserwinkl und Mandatar der Grünen Wirtschaft)

»Alles Online – auch die Regionalwirtschaft« mit Nunu Kaller (Autorin und Aktivistin, Initiatorin der Plattform auf der sich alle österreichischen Online-Shop-Betreiber*innen anmelden können)

Lisz Hirn sprach vom guten Leben, wobei das eigene gute Leben untrennbar mit dem guten Leben für alle verbunden sein muss. Eine Ökonomie der Zukunft muss den Widerspruch zwischen begrenzten Ressourcen und unbegrenzter Gier bewältigen. Den Fokus legt sie weniger auf Verzicht, als vielmehr auf die Hinwendung zum Genuss, der unter der Herrschaft der Vernunft stehen muss.

Unternehmensberater und Regionalleitungsmitglied Guido Schwarz fasst konkrete Ziele zusammen: Der Schwerpunkt muss in Maßnahmen bestehen, die Resilienz fördern, wie etwa Diversität und Lokalität in der Produktion. Gesellschaftlich wertvolle Arbeit soll einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Kostenwahrheit im Konsum durch eine CO2-Besteuerung ist ebenso notwendig wie die Senkung der Normalarbeitszeit auf 30 Wochenstunden.

Die Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Bedingungslose Grundeinkommen. Aktuell nimmt sie eine zunehmende Akzeptanz bei den Menschen wahr, hält es aber für nicht selbstverständlich, diese in die Zeit nach Corona zu retten. Denn dafür bräuchte es ein großes Maß an Großzügigkeit.

Der Tiroler Hotelier Georg Kaltschmid erkennt trotz oder wegen der eigenen Betroffenheit, dass der Schock gerade in seiner Branche einiges zum Positiven verändern kann. Durch eine umfassende Stärkung des Regionalen, nämlich der gesamten Wertschöpfung unter Einbeziehung der Bevölkerung und der Arbeitnehmer*innen in die Tourismuskonzepte können wir nachhaltig etwas verbessern.

Zum Abschluss erzählte Nunu Kaller von der Veränderung des Kaufverhaltens, die viele neue Kund*innen mit dem Online-Geschäft vertraut gemacht hat und somit zu einer langfristigen Stärkung des kleinstrukturierten Online-Handels beitragen wird. Dafür haben die Unternehmen genauso wie der Wirtschaftsstandort sehr raschen Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung.

Die drei intensiven Stunden haben nicht nur eine sehr positive Stimmung bei den vielen Teilnehmer*innen hinterlassen. Hans Arsenovic resümiert: „Wir haben für viele Bereiche Konzepte in den Schubladen, für die wir konkrete Schritte ausarbeiten können. Nach diesem hoffnungsvollen Nachmittag bin ich zuversichtlich, dass wir etwas bewegen werden.“

Die Online-Konferenz am 28. April 2020 war der Start von vielen Veranstaltungen und Gesprächen zum Thema Post-Virus-Ökonomie.

Rückfragen & Kontakt:

Beate Hemmelmayr
Grüne Wirtschaft Wien
Leitung Regionalbüro
beate.hemmelmayr@gruenewirtschaft.at
Tel.: 0660 122 31 48

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