Coronavirus: Katastrophale Lage für viele ehemalige Tourismus-Mitarbeiter in Tirol

AK Zangerl: „Die Bürgermeister sollten ihrer Fürsorgepflicht nachkommen!“

Innsbruck (OTS) Unversorgt, obdachlos. Es sind dramatische Notrufe, die die AK Tirol aus den Tiroler Tourismus-Zonen über unterschiedliche Kanäle erreichen: Viele Mitarbeiter sollen von ihren ehemaligen Arbeitgebern vor die Tür gesetzt worden sein. Weil die Orte im Zuge der Corona-Maßnahmen unter Quarantäne gestellt sind, sitzen die Menschen nun fest und befinden sich in einer verzweifelten Situation. „Das sind menschenverachtende Zustände, für die man sich schämen müsste“, ist AK Präsident Erwin Zangerl fassungslos. „Sollte das zutreffen, sind die Bürgermeister gefordert, für anständige Unterkünfte und Verpflegung zu sorgen.“

Täglich steht der Tourismus im Mittelpunkt der Berichterstattung. Doch jetzt erreichen die AK Tirol aus den Ski-Hotspots, die zu Corona-Hotspots wurden, dutzende verzweifelte Notrufe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

„Sie berichten uns über diverse Kanäle und Hotlines von menschenverachtenden Zuständen“, ist AK Präsident Erwin Zangerl erschüttert. „Arbeitnehmer, die für die Saison händeringend gesucht wurden, werden jetzt von ihren Arbeitgebern einfach vor die Tür gesetzt, obwohl sie wissen, dass die Menschen die Region aufgrund der Quarantäne-Maßnahmen nicht verlassen können. Manche Anrufer erzählten, dass sie noch das Hotel geputzt und ausgemalt haben und dann rückwirkend gekündigt wurden. Wir können diese Vorwürfe aufgrund der Sperren nicht überprüfen“, so Zangerl.

Mehrere Hoteliers verlangen – laut dieser Aussagen – von ihren Mitarbeitern, vorzeitige Kündigungen zu unterschreiben, ansonsten würden sie sie auf die Straße setzen. Und selbst jene, die auf die Forderung eingehen und unterschreiben, werden nicht mehr mit Essen versorgt und schlecht behandelt.

Andere können nur noch befristet in ihren Unterkünften bleiben und stehen dann bis zum Ende der Quarantäne-Maßnahmen auf der Straße.

„Das sind untragbare Zustände! Ich ersuche die Bürgermeister dringend, diese Vorwürfe zu prüfen. Sollten sie derartige Vorgangsweisen gegenüber den Mitarbeitern feststellen, müssten sie ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und für anständige Unterkünfte und eine ordentliche Verpflegung sorgen“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. „Das fällt in ihre Zuständigkeit. Als Bürgermeister müssen sie für ihre Gemeindebürger sorgen, auch dann, wenn die Menschen nur temporär in der Gemeinde leben.“

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